..aber dieses Mal ohne meinen kongenialen Companion - er darf nicht mehr alleine weg. Immer diese Pärchen-Probleme... ;) Warum ich jetzt schon anfange, über einen 3-wöchigen Trip zu bloggen, weiß ich selbst nicht. Vielleicht liegt es an dem Roman, den mir meine Mitbewohnerin zugeschoben hat - "Unterwegs" von Jack Kerouac.






Direkt vorab - ist ein bisschen mehr geworden. Falls euch zwischenzeitlich die Lust verlässt, der letzte Absatz ist der wichtigste!
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Schon mal von St. Croix gehört? Ich auch nicht, bevor mich die Urlaubspiraten mit einem Norwegian Airshuttle error fare quasi dazu genötigt haben, hierher zu fliegen! Mitten im Hurricane Gürtel, irgendwo zwischen Puerto Rico und den anderen karibischen Inseln gelegen, findet man dieses wunderbare Fleckchen Erde. Wie immer mit einem hervorragenden Zeitmanagement ausgestattet, durfte ich auf meinem Weg zum Zwischenstopp nach Kopenhagen zum
ersten Mal mit einem freundlichem Air Berlin Mitarbeiter über's Tegeler Rollfeld laufen um im Flieger in hocherfreute Gesichter zu schauen - ich liebe ja Leute, die andere aufhalten... In Kopenhagen bin ich spontan im wirklich sehr coolen Downtown Hostel gelandet - falls ihr mal nach Kopenhagen wollt und nicht unbedingt auf der Suche nach Schlaf seid, ist das eine absolute Empfehlung!
Wunderbarerweise gab es im brandneuen Dreamliner noch eine freie 3er-Reihe, auf der mich Interstellar in den Schlaf gesungen hat, was eigentlich ein 6er Carlsberg erledigen sollte. Dass man im
Flieger kein mitgebrachtes Bier trinken darf, war mir neu. Somit musste es beim Zwischenstopp in Puerto Rico dran glauben - 2 Stunden Security Schlange sei dank. Mit demselben Flieger haben wir die größte Insel der Virgin Islands irgendwann doch noch erreicht. In einer der beiden "Städte", Christiansted, sollte meine Airbnb-Unterkunft sein. Leider fällt hier immer mal der Strom aus, sodass Bertley, die meine Gastgeberin sein sollte, stundenlang nicht erreichbar war. So durfte ich gezwungenermaßen das abendliche Inselleben kennenlernen. Kaum Tourismus, dafür eine Menge local people und Aussteiger. Irgendwann ging das Licht wieder an, sodass ich es doch noch in mein "beautiful seaview apartment" geschafft habe. Da es beim Insel-Autoverleih keine verfügbaren Wagen mehr gab, hat mich eine verständnisvolle Dame ins andere Örtchen der Insel mitgenommen. Frederiksteds Straßen riechen in etwa wie die in Bogota, was wohl auch den unfassbar langsamen lifestyle erklärt, den die Bewohner an den Tag legen.
Vom Boeing Schlachtschiff zum Papierflieger. So in etwa fühlt man sich in einem 10-Sitzer der Insel-Airline Cape Air. Ich durfte neben dem Piloten Platz nehmen, sich bewegendes Ruder und die ein oder andere Anweisung inklusive. Nachdem wir es lebend durch eine kleine Gewitterfront geschafft haben - ich dachte wirklich es geht zu Ende - landeten wir endlich auf St. Thomas, der wohl zivilisiertesten aller vier Inseln. Das einzige Hostel der Insel ist eine alt-dänische Gemeinschaft, familiär geführt von zwei Aussteigern, die allerdings nicht vergessen haben, wie man Geld verdient - 50 Dollar für ein 8-bed-dorm excl. breakfast sind wohl weltweit einzigartig, aber immer noch günstiger als meine erste Unterkunft. Am Abend gab es anlässlich des Küchenchef-Geburtstags direkt eine riesige Feier mit Live-Musik - bei DEM Pulled Pork hat er sich die redlich verdient! Meinem Thailand-Tanktop sei Dank, kam ich ins Gespräch mit einer typischen us-amerikanischen Familie, die für den nächsten Tag zufällig den gleichen Plan hatten wie ich - Inselhopping und rüber aufs britische Jost van Dyke. Nur nicht per Fähre, sondern per gechartertem Speedboat. Nach der gefühlt 10. Einladung war ich also dabei, kaum geschlafen, mit reichlich Bier bewaffnet und nichtsahnend was mich erwartet - und das war einiges. Maximal zwei Mal im Jahr sieht er Delfine, meinte der Captain. Man muss auch mal Glück haben! Drei Jungtiere spielend in freier Wildbahn, einen Meter entfernt beim Schnorcheln - ein wirklich unbeschreibbares Gefühl! Die anschließend vorbei kommenden Schildkröten sind dabei fast zur Nebensache geworden.
Jost van Dyke ist eine Karibik-Perle mit Puderzuckerstrand wie er im Buch steht. Da britisch, wurden erstmal 40$ Steuer fällig. Verkraftbar, wenn man einen kompletten Trip inkl. Lobster Quesadilla und Painkiller gesponsert bekommt. Dieser endete mit einem Besuch von Pizza Pi, einem Boot, das in mitten im Ozean Pizza verkauft. Ein Hotspot, mit Musik, sich aneinander reihenden Booten und dem ein oder anderen Shotboard. All in all ein extrem geniales Erlebnis mit den beiden Kids Sadie und Alex sowie Patricia und dem Sponsor-Dad Michael.
Die Frage nach dem "Warum?" beantwortete Michael wie folgt:
"We'll send our kids to europe and hope that somebody takes care of them. So we take care of the kids coming here."
Leuchtet ein, wenngleich es absolut nicht selbstverständlich ist. Ebenso wenig selbstverständlich ist, dass wir Bewohner dieses wunderbaren Planeten die Möglichkeit haben so etwas zu erleben. Daher, aus leider gegebenem Anlass in der Heimat, kurz noch ein kurzer Drift ins politische Geschehen: menschenverachtende Parteien, die versuchen, uns und anderen diese Freiheit zu nehmen, sind so ziemlich das letzte was wir brauchen. Viva la vida und cheers from paradise!
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